Unser gestriges Wetterglück war leider nur von kurzer Dauer denn heute erwartete uns wieder ein nebliger und regnerischer Tag. Unsere Pläne von gestern Abend, noch vor dem Frühstück den Wasserfall La Fortuna zu besuchen und dort baden zu gehen, schienen uns noch doch nicht mehr so reizvoll – das Bett war da wesentlich einladender. Also starteten wir um 8:30 Uhr mit einem Frühstück in den Tag.
Für 10:00 Uhr hatten wir schon gestern eine Führung in einer Kaffee-Plantage mit anschließender Verkostung reserviert. In einer kleinen Gruppe von 9 Leuten spazierten wir über eine kleine Plantage und ließen uns verschiedene Dinge über die Kaffee-Pflanze und andere heimische Bäume und Sträucher, die ebenfalls auf der Plantage wuchsen, erklären. Zum Beispiel erfuhren wir, dass der Kaffee hier in dieser Region von schlechter Qualität sei, da es jeden Tag das ganze Jahr über regnete, was für Kaffeepflanzen zu feucht ist. Zur anschließenden Verkostung bekamen wir zum Glück Bohnen aus einer Gegend nahe der Hauptstadt San José, wo es trockener ist und die Bohnen deshalb höhere Qualität aufweisen. Wir konnten hier bei unserer Führung trotzdem den ganzen Weg von der Bohne am Strauch über Trocknung, Röstung und Schälung bis zum Mahlvorgang miterleben. Eine überraschende Information war auch, dass Costa Rica circa 99% des Kaffees für den Eigengebrauch behält und nur die qualitativ hochwertigsten 1% der Bohnen exportiert werden. Bei einem kleinen „Exkurs“ zum Thema Kakao (welcher übrigens auf Kaffeeplantagen angesetzt wird, weil die Kaffeepflanzen das Aroma über die Wurzeln aufnehmen können) konnten wir durch unsere gestrige Führung schon mit unserem Wissen auftrumpfen 😉

Röstung von Kakaobohnen 
Blüte der Kaffeepflanze 

„Zerkleinerungsversuche an einem Zuckerrohr-reichen Rohgut in einem manuellen Stachelwalzenbrecher. Die Weiterentwicklung der optimierten Zerkleinerungskette?“ – Dipl.-Ing. Valentin Spiess
Glücklicherweise waren wir während der gesamten Führung trocken geblieben – eine der wenigen trockenen Stunden des heutigen Tages. Über Mittag machten wir es uns also wieder auf unserer Terrasse bequem und genossen die ganz besondere Stimmung, die Nebel und Regen hier im Regenwald hervorrufen. Andrea und Andreas verbrachten den Nachmittag daheim und führten die dringend notwendige Autowäsche durch, um endlich den Corcovado-Staub loszuwerden und um zu Verhindern, dass man bei jedem Mal einsteigen aussieht wie von der Baustelle…jetzt wissen wir auch wieder, dass unser Auto eigentlich weiß ist! 😀
Valentin und ich machten uns – eindeutig weniger praktisch veranlagt – jetzt wirklich auf zum Wasserfall La Fortuna. Der Eingang zum Park liegt nur 300m von unserem Hotel entfernt, war also angenehmerweise fußläufig gut erreichbar. Dort angekommen führten uns ungefähr 500 Stufen hinunter zu dem Becken, in das der Wasserfall fließt. Theoretisch hätte man hier auch baden können – einige Hartgesottene nutzten diese Chance auch, wir zwei gehörten aber nicht dazu. Zusätzlich besuchten wir auch den dort angelegten Orchideengarten und diskutierten wie echte Botaniker über die Pflanzen (dank dem Wissen, das wir im Nebelwald gewonnen hatten). Zum Abendessen besuchten wir schließlich ein modernes (manche würden vielleicht „hip“ dazu sagen) kleines Burger-Lokal, wo Andreas weitere Ideen für sein Aussteiger-Tschecherl sammeln konnte.
Insgesamt haben wir die Zeit hier in La Fortuna auf jeden Fall genossen. Den gestrigen – wettertechnisch schönsten – Tag haben wir mit gleich 3 Aktivitäten hintereinander sehr gut genutzt, während auch die ruhigeren Stunden bei schlechterem Wetter in unserem Bungalow sehr wichtig fürs Ausruhen und Kräfte tanken waren. Eines ist aber klar: wir freuen jetzt schon sehr auf die Sonne und den Strand in der Karibik, die uns morgen erwarten!


Na dann – auf in die Karibik! Möge die Sonne mit euch sein 🙂
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