Sightseeing am letzten Tag

Da wir gestern nach unserem langen Reisetag den Abend nur mehr im Hotel-Pool und -Restaurant ausklingen ließen, stand heute noch ein Stadtbesuch in der alten Hauptstadt Cartago am Programm. Wir besuchten dort die Basilika Nuestra Señora de los Ángeles. Sie ist die Haupt-Kirche in diesem Land wo ca. 65% katholisch und 35% protestantisch sind. Der zweite Programmpunkt waren die Ruinen des „Templo Inconclusio de Santiago Apostol“ – die älteste Kirche Costa Ricas, die allerdings mehrmals Ausbrüchen den Vulkans Irazú zum Opfer gefallen ist. Heute stehen davon noch die Grundmauern, innen ist sie mit vielen Pflanzen begrünt worden.

Obligate Klopause mit Kaffee-Stärkung gab es beim McDonalds, immerhin mussten wir einmal überprüfen, ob er hier mit daheim vergleichbar war. Fazit: in diesem Laden weiß man auf der ganzen Welt ziemlich genau, was einen erwartet. Weiter ging es dann ca. 45 min bis in die neue Hauptstadt San José. Trotz Großstadtverkehr und teilweise sehr unübersichtlichen Kreuzungen schafften wir es bis zu einem Parkplatz nahe des Zentrums. Auf dem Weg in die Innenstadt begegneten wir dann komplett zufällig einem jungen Mann, der uns zu einer „Free Walking Tour“ – also einer gratis Stadtführung – einlud. Zuerst waren wir etwas misstrauisch, doch er erzählte uns, dass er jeden Tag zwei Führungen mache, selber auf der Uni „Zentralamerikanische Geschichte“ studiert habe und sieben Sprachen (unter anderem auch deutsch) spreche. Wir waren schließlich überzeugt und so zeigte er uns gemeinsam mit einer 20-köpfigen Gruppe aus verschiedensten Ländern in ca. 2 Stunden die Stadt. Mit viel Charme, Witz und sogar Kletter-Einlagen erzählte er uns sowohl Geschichtliches, wie auch Geografisches und Praktisches (was man als Tourist hier so wissen und beachten muss) über das Reiseland Costa Rica. Nach der Tour erntete er großen Applaus – und natürlich auch einiges an Trinkgeld, welches aber durchaus verdient war.


Weiter ging es mit einem Mittagssnack in einem von unserem Stadtführer empfohlenen kleinen Lokal. Obwohl die Kellnerin gar kein Englisch konnte, schafften wir es irgendwie, etwas zu bestellen. Gestärkt ging es nun also zu unserem letzten Programmpunkt, dem Goldmuseum. Hier konnte man Allgemeines über die Entwicklung der Menschen in Costa Rica erfahren, mit besonderem Fokus auf Werkzeugen und Skulpturen, die sie aus verschiedensten Materialen in den unterschiedlichen Epochen herstellten – mit besonderem Fokus auf der Goldverarbeitung in Costa Rica. Eine Sonderausstellung brachte uns zusätzlich die verschiedenen Währungen, die es hier im Laufe der Zeit gegeben hatte, näher.

Ein weiterer Fixpunkt auf jeder Urlaubs-Liste ist natürlich das Hard Rock Cafe, welches wir am Weg zu unserem Hotel besuchten, da es bereits etwas außerhalb der Stadt liegt. Beim Souvenir-Einkauf waren wir leider nicht so erfolgreich, da es hier tatsächlich keine Hard Rock Cafe Pins gibt. Dafür gab es dann zum Abendessen gute Burger – ein gelungener Ausklang für einen schönen Urlaub.

Regen ist nur schlimm, wenn man nicht weiß, was man daraus macht

Autor: Hanna, mit einzelnen Anmerkungen von Valentino

Das klassisch karibische Feeling mit Palmen am Sandstrand, blauem Himmel und türkisgrünem Meer ließ auch heute noch auf sich warten. Weiterhin war der Himmel bewölkt, die See stürmisch und es regnete mehr als es trocken war. Mit der richtigen Ausrüstung und – noch viel wichtiger – der richtigen Einstellung machten wir trotzdem das Beste aus dem Tag.

Nach dem Frühstück machten wir ein kleinen Spaziergang am hoteleigenen Strand wo uns gleich tosende Wellen entgegenschlugen. Für manche – nämlich mich, ich geb’s zu – kam die eine oder andere Welle überraschend hoch und so hieß es danach gleich das erste mal wieder umziehen.

Etwas unbefriedigend war bis jetzt unsere Suche nach Faultieren, denn auf dieses Tier – seine Artgenossen – hatte sich vor allem Valentin schon sehr gefreut. Zwar zeigte uns unser Guide zwei Vertreter dieser tollen Gattung in La Fortuna, doch waren sie so weit weg, dass man kaum mehr als ein Fellknäuel erkennen konnte. Deshalb entschieden wir uns für eine Führung durch das Areal des „Tree of Life“ – eine Pflegestation für verletzte oder verwaiste Tiere mit gleichzeitigem botanischen Garten. Hier sahen wir Papageien und Affen, die früher einmal illegal als Haustiere gehalten wurden, eine Eule mit Sehschwäche – und zwei Faultiere, die durch eine Baumfällung von ihrer Mutter getrennt wurden. Diese Tiere werden dann vor Ort aufgepäppelt und nach Möglichkeit auch wieder in die Wildnis entlassen. Insgesamt war dies eine äußerst informative, wie auch gelungene Führung – man erhielt tatsächlich das Gefühl, dass sich das Team sehr um das Tierwohl sorgt. Nebenbei erzählte uns unsere Führerin manch Bekanntes und viel Neues über die heimische Pflanzenwelt. Das Umziehen davor war allerdings – auf gut steirisch gesagt – „für die Fisch“, denn hier wurden wir gleich zum zweiten Mal ordentlich durchnässt.

Ganz nach dem Motto „Irgendwann muss es ja mal gehen“ versuchten wir dann unser Glück an einem der Strände entlang der Karibikküste. Tatsächlich hörte es für eine kurze Zeit auf zu regnen und wir sahen sogar einen kleinen Fleck von blauem Himmel. Das Wasser war zwar durchaus warm, doch die starke Strömung und die hohen Wellen luden trotzdem kaum zum Plantschen ein. Immerhin konnten wir uns sicher fühlen, da vier Rettungsschwimmer des costaricanischen Roten Kreuzes uns im Auge behielten.


Auch am zweiten Strand, den wir heute ansteuerten, dem „Playa Uva“, hatten wir nur geringfügig mehr Glück was das Baden anging. Manche verkrochen sich dort dann lieber gleich auf eine Palme 😉. Zur Entlohnung gab es dafür eine herrliche (und leicht zu große) Fischplatte mit zwei Roten Schnappern („red snapper“) mit allerlei Beilagen. Zusätzlich – als Zeichen, dass Costa Rica doch noch für Überraschungen gut ist – unser ersten Faultier aus der Nähe und in freier Wildbahn. In einem Baum direkt neben dem Restaurant verweilte der knuffige Faulpelz! Valentino war ganz hingerissen und wollte mit seinem neuen Amigo gleich den Baum teilen.

Herbstlich geht unsere Zeit in La Fortuna zu Ende

Unser gestriges Wetterglück war leider nur von kurzer Dauer denn heute erwartete uns wieder ein nebliger und regnerischer Tag. Unsere Pläne von gestern Abend, noch vor dem Frühstück den Wasserfall La Fortuna zu besuchen und dort baden zu gehen, schienen uns noch doch nicht mehr so reizvoll – das Bett war da wesentlich einladender. Also starteten wir um 8:30 Uhr mit einem Frühstück in den Tag.

Für 10:00 Uhr hatten wir schon gestern eine Führung in einer Kaffee-Plantage mit anschließender Verkostung reserviert. In einer kleinen Gruppe von 9 Leuten spazierten wir über eine kleine Plantage und ließen uns verschiedene Dinge über die Kaffee-Pflanze und andere heimische Bäume und Sträucher, die ebenfalls auf der Plantage wuchsen, erklären. Zum Beispiel erfuhren wir, dass der Kaffee hier in dieser Region von schlechter Qualität sei, da es jeden Tag das ganze Jahr über regnete, was für Kaffeepflanzen zu feucht ist. Zur anschließenden Verkostung bekamen wir zum Glück Bohnen aus einer Gegend nahe der Hauptstadt San José, wo es trockener ist und die Bohnen deshalb höhere Qualität aufweisen. Wir konnten hier bei unserer Führung trotzdem den ganzen Weg von der Bohne am Strauch über Trocknung, Röstung und Schälung bis zum Mahlvorgang miterleben. Eine überraschende Information war auch, dass Costa Rica circa 99% des Kaffees für den Eigengebrauch behält und nur die qualitativ hochwertigsten 1% der Bohnen exportiert werden. Bei einem kleinen „Exkurs“ zum Thema Kakao (welcher übrigens auf Kaffeeplantagen angesetzt wird, weil die Kaffeepflanzen das Aroma über die Wurzeln aufnehmen können) konnten wir durch unsere gestrige Führung schon mit unserem Wissen auftrumpfen 😉

Glücklicherweise waren wir während der gesamten Führung trocken geblieben – eine der wenigen trockenen Stunden des heutigen Tages. Über Mittag machten wir es uns also wieder auf unserer Terrasse bequem und genossen die ganz besondere Stimmung, die Nebel und Regen hier im Regenwald hervorrufen. Andrea und Andreas verbrachten den Nachmittag daheim und führten die dringend notwendige Autowäsche durch, um endlich den Corcovado-Staub loszuwerden und um zu Verhindern, dass man bei jedem Mal einsteigen aussieht wie von der Baustelle…jetzt wissen wir auch wieder, dass unser Auto eigentlich weiß ist! 😀

Valentin und ich machten uns – eindeutig weniger praktisch veranlagt – jetzt wirklich auf zum Wasserfall La Fortuna. Der Eingang zum Park liegt nur 300m von unserem Hotel entfernt, war also angenehmerweise fußläufig gut erreichbar. Dort angekommen führten uns ungefähr 500 Stufen hinunter zu dem Becken, in das der Wasserfall fließt. Theoretisch hätte man hier auch baden können – einige Hartgesottene nutzten diese Chance auch, wir zwei gehörten aber nicht dazu. Zusätzlich besuchten wir auch den dort angelegten Orchideengarten und diskutierten wie echte Botaniker über die Pflanzen (dank dem Wissen, das wir im Nebelwald gewonnen hatten). Zum Abendessen besuchten wir schließlich ein modernes (manche würden vielleicht „hip“ dazu sagen) kleines Burger-Lokal, wo Andreas weitere Ideen für sein Aussteiger-Tschecherl sammeln konnte.

Insgesamt haben wir die Zeit hier in La Fortuna auf jeden Fall genossen. Den gestrigen – wettertechnisch schönsten – Tag haben wir mit gleich 3 Aktivitäten hintereinander sehr gut genutzt, während auch die ruhigeren Stunden bei schlechterem Wetter in unserem Bungalow sehr wichtig fürs Ausruhen und Kräfte tanken waren. Eines ist aber klar: wir freuen jetzt schon sehr auf die Sonne und den Strand in der Karibik, die uns morgen erwarten!

Immer dieser Regen…

Auch heute suchten wir zum Frühstück wieder die kleine Bäckerei gegenüber unserer Unterkunft auf und starteten danach um Punkt 9 Uhr (genau nach Plan – der Reiseleiter war stolz auf uns 😉) mit dem Auto los. Unsere heutige Etappe (von Monteverde nach La Fortuna) liegt zwar in Luftlinie nur 22km von einander entfernt, wenn man aber an Straßen gebunden ist, muss man um das nördliche Ende des Arenal-Sees herumfahren. So wurden aus der „kurzen Strecke“ dann doch 180 km.

Ganz bewusst entschieden wir uns für die Strecke „übers G‘håckte“, die zwar holpriger war, dafür konnten wir mehr von der Natur und vom Leben der Leute hier sehen. Besonders schön waren gleich in der Früh die vielen Regenbögen, die sich über dem Regenwald erhoben. Außerdem sahen gab es noch viele freilaufende Hunde, eine Kuh mit ihrer Besitzerin an der Leine (Kuh lief vorne weg und die Halterin hinten nach) und diverse Kraftfahrzeuge mit teilweise abenteuerlicher Ladung.

Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir das erste Mal die Uferstraße, von wo wir einen herrlichen ersten Blick auf den Arenal-See hatten, der uns noch eine Weile begleiten sollte. Auf der anderen Seite machten wir dann den ersten kurzen Halt bei einer German Bakery, wo wir uns mit Apfelstrudel und Ähnlichem eindeckten. Ganz so gut wie daheim war es allerdings nicht 😉. Zu Mittag hätte man dort sogar Clichée-Hauptspeisen wir Schweinsbraten, Spätzle oder Gulasch probieren können, aber wofür fährt man dann noch auf Urlaub?

Kurz nach 12:00 Uhr erreichten wir dann das für heute geplante Ausflugsziel: den Wasserfall des Rio Celeste. Auf dieses Naturschauspiel hatten wir uns bereits sehr gefreut, da die kräftige türkise Farbe, die durch eine Reaktion bei der Mischung von zwei Flüssen unterschiedlichen pH-Werts zustande kommt, bereits auf den Fotos sehr beeindruckend aussah. Als wir dann die Eintrittstickets kaufen wollten, warnte uns die Rezeptionistin allerdings bereits vor, dass der Fluss und der Wasserfall aufgrund des vielen Regens braun statt türkis war. Zuerst war doch die Enttäuschung da, dass wir den Fluss nicht zu Gesicht bekommen würden, doch immerhin waren wir dank der netten Dame am Empfang nicht umsonst hingewandert. Immerhin konnten wir ein „neues“ Tier auf unserer Reise entdecken, nämlich einen Tukan, die sich den Schnabel mit Banane vollstopfte.

Zurück im Auto fuhren wir also noch die letzten 1,5 Stunden nach La Fortuna. Bereits vor der Stadteinfahrt sieht man ihr das bekannte Reiseführer-Bild von bunten Häuschen, über denen sich der mächtige Vulkan Arenal erhebt. Da das Wetter allerdings heute nicht so klar war, hielt sich sein Gipfel in Wolken gehüllt. Nach dem Einchecken in der „Green Lagoon“ machten wir es uns auf der Terrasse gemütlich und konnten von hier aus mehrere Tiere beobachten sowie im Trockenen den warmen, tropischen Regen erleben, der in starken Güssen herunterprasselte und so plötzlich vorbei war wie er begonnen hatte.

Unsere Unterkunft für die nächsten 3 Nächte ist wiederum ein Bungalow, der allerdings bereits außerhalb der Stadt auf einer Anhöhe liegt. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf das Tal. Dies wird also unsere Basisstation für vielen spannende Ausflüge in den nächsten zwei Tagen!

Adrenalin-Höhepunkte über den Baumkronen von Monteverde

Autor: Valentin

Der heutige Tag begann relativ spät (Dankenswerterweise fiel der heutige Morgenappell um 0700 aufgrund der Müdigkeit unserer Reiseleitung aus) mit einem gemütlichen, wie auch köstlichen Frühstück in einer kleinen Bäckerei europäischer Art (Panaderia Jiménez), in welcher vielfältige Mehlspeisen nebst klassisch Costa-Ricanischem Frühstück (desayuno tipico) feilgeboten wurde.

Während Valentin sich in gewohnter Manier an Zimtschnecken und Marmorkuchen kräftig stärkte, bestellte die ältere, experimentierfreudige Generation das fremdländische Mahl und Hanna labte sich an „french Toasts“.

Im Anschluss daran konnte ein geringer Teil der soeben eingenommenen Kalorien bei einem Spaziergang über die Ländereien der Hotelanlage verbrannt werden. Hier wurde als Ziel eine Aussichtsplattform erreicht, von jener – zu unserer großen Freude – die Pazifikküste im Hintergrund der steilen Hügel- und Berglandschaft erblickt werden konnte. Der feine Nieselregen, über dessen Ursprung wir uns anfangs noch strittig waren (Nebel und Wind), kühlte unsere von der Wanderung verschwitzten Körper.

Andrea frohlockte beim Anblick der vielen Kräuter in den Gewächshäusern und Gärten der Anlage. Hier konnten wir von ihr den Unterschied zwischen Kerbel und Petersilie (oder war es doch Basilikum?) lernen.

Als nächster Termin standen nun die nahegelegenen Seilrutschen oder auf englisch Zip-Lines (im Selvatura Adventure Park) am Programm. Nach der entsprechenden sicherheitstechnischen Unterweisung durch das Personal stand einem Nachmittag voller Vergnügen in und über den Baumkronen im nasskalten (nun gut, relativ kalt, denn es waren knapp 20 Grad Celsius) und nebeligen Regenwald der Bergprovinz Monteverde nichts mehr im Wege.

Speziell die eine, über 1000m lange Seilstrecke in schwindelerregender Höhe, welche in Superman-Position (also bäuchlings liegend) zurückgelegt wurde und die Tarzan-Schaukel (schon fast eine Art Bungee-Jump wie Valentin als Erster der Gruppe erfahren musste) waren dabei die Höhepunkte. Die vom Personal freundlicherweise (und für einige Dollar…) professionell erstellten Photographien von uns Landratten in luftigen Höhen sind leider noch nicht für die heutige Ausgabe unseres Blogs parat, werden aber in den nächsten Tagen nachgereicht.

Andrea als Jane

Ein Bonmot des heutigen Tages ist die von Andreas erlebte „Gewichtsdiskriminierung“, welche durch einen speziellen Klettergurt zum Ausdruck kam. Auf Rückfrage wieso er als einziger der gesamten Gruppe diesen bekam, erhielten wir von den Betreuern wenig schmeichelhafte Beschreibungen über seine Leibesmasse (welche ich an dieser Stelle nicht wiedergebe, da mein eigener Geldbeutel leider in Österreich verblieben ist…).

Nach unseren adrenalinreichen Abenteuern in den Baumkronen nahmen wir als Ausgleichsprogramm (zum Einen zur Pulsnormalisierung/ Entspannung der Nerven und zum Anderen um den heutigen Bildungsauftrag von Valentin zu erfüllen) an einer Führung in einem Orchideen-Garten teil, bei welcher wir soviel über diese Pflanzen lernen konnten, wie wir als Nichtbotaniker niemals für möglich hielten. Wir wissen nun, dass die Orchideen-Industrie bewusst Orchideen verkauft, deren Lebensdauer in typischen Haushalten in wenigen Monaten messbar ist, um uns mehr unseres hart verdienten Geldes aus den Taschen zu ziehen.

Um das enorme, neu gewonnene Wissen erstmal zu verarbeiten, ließen wir den heutigen Tag in einem lokalen Steakhaus ausklingen.

Im Supermarkt, welchen wir auf der Rückfahrt ansteuerten, mussten meine Eltern die herbe Enttäuschung, dass es trotz des üppigen Warenangebots, welches DDR-Bürger in Neid erblassen ließe, keinen Jägermeister (oder ähnliches) zu erstehen gab, hinnehmen. Für Tipps wo diese Getränke erhältlich sind, oder welche lokalen Alternativen es dazu gibt, wären sie sehr dankbar (Arno & Moni? 😉).

Erste kleinere Verluste

Autor(en): Hanna, mit einzelnen Anmerkungen von Valentin(o)

Während sich die Kinder der Reisegruppe gestern schon früher ins Zimmer zurückzogen, verblieben die Eltern noch an der Bar und leerten mit den Gastgebern den ein- oder anderen Jägermeister. Da der Ventilator über dem Bett leider den Geist aufgegeben hatte, musste man sich eben anders zum Schlaf verhelfen. 😉 Immerhin gab es heute in der Früh wieder genug Wasserdruck für eine (Kaltwasser-)Dusche, also starteten wir erfrischt und ausgeruht in den Tag.

Nach dem Frühstück mussten wir uns vom Naturparadies Corcovado und unseren Gastgebern verabschieden und so ging es wieder zurück über Stock und Stein und durch die Flüsse nach Puerto Jimenez. Je ländlicher (Euphemismus) hier die Straßen sind, desto mehr werden aus Verkehrsregeln Vorschläge. Manchmal wird statt rechts auch kurzerhand links gefahren, um dem Staub auszuweichen. Die Lösung unseres Fahrers und Reiseleiters? Einfach mal Hupen und rechts überholen, geht auch…

Sehr zur Freude von Stoßdämpfern und Bandscheiben erwartete uns nach Puerto Jiménez eine zweispurige, asphaltierte Straße. Allerdings blieb die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 60km/h, was sich davor auf den Schotterstraßen sehr sportlich, jetzt eher seeeehr entschleunigt anfühlte. Dafür konnten wir auch aus dem Auto heraus die Landschaft genießen.

Hügelig ging es weiter ins Landesinnere und dann auf der „Panamericana“ – ähnlich einer Bundesstraße bei uns – Richtung Norden. Der Mittagsstopp führte uns nach Uvita, wo die berühmte Walfisch-Flosse (der Walfisch- oder Kreuzworträtsel-Experte weiß: Fluke) aus Sand liegt, die wir von oben bereits aus dem Rübenbomber  bestaunen konnten. Der schöne Schein trog allerdings, da wir am Weg hinaus zur Flosse von der schnell einströmenden Flut überrascht wurden, welche die Sandbank, auf der wir unterwegs waren, komplett unter Wasser setzte. Durch kniehohes Wasser wateten wir zurück zum Strand…während die Geier (oder doch Möwen) am Himmel kreisten.

Zusätzlich wurde die Badefreude davon getrübt, dass Andrea‘s Sonnenbrillen-Clip-On einer Welle zum Opfer fiel. Am heutigen Tag schon die zweite Niederlage, nachdem Valentino beim Schuhe ausbeuteln eine Socke über den Balkon in den Regenwald beförderte. Naja, hoffentlich schaut jetzt wenigstens irgendeine Krabbe cool aus mit Sonnenbrille 😉

Nach einer letzten Stunde Fahrzeit erreichten wir dann unser heutiges Quartier: eine sehr schöne, südländisch angehauchte Villa in einer Anlage mit eigenem Pool. Hier werden wir uns jetzt am Abend noch eine Abkühlung von den 31 Grad Celsius gönnen. Ohne Wellen und ohne Flut. Sehr entspannt also – oder fast schon langweilig?

Vor den Toren des Regenwaldes

Heute ging es bereits früh los, was uns mit unserem Jetlag allerdings eh in die Karten spielte. Nach einem fantastischen ersten Frühstück, wo es neben den Klassikern wie Toast, Schinken, und Marmelade auch regionale Spezialitäten wie Gallo Pinto (Reis mit Bohnen) und Kochbananen gab, machten wir uns um 07:15 Uhr mit dem Taxi wieder in Richtung des Flughafens auf.

Heute führte uns der Weg allerdings zum „Terminal Domestica“ wo die Inlandsflüge starten. Eine kleine Fluglinie fliegt von hier aus der Hauptstadt San José insgesamt 16 kleine Flughäfen an, die über das Land verteilt sind. Dafür werden kleine Propellerflugzeuge mit insgesamt 12 Sitzplätzen verwendet. Zuerst erlebten wir einen kleinen Schock, als unsere Namen nicht auf der Liste de Passagiere standen, doch der Flugbegleiter versicherte uns, dass wir mit einem zweiten Flieger nur 10 Minuten später fliegen könnten. Nach einem etwas holprigen Start wurde der Flug dann ruhiger sobald wir über der Küste flogen und wir konnten so einen herrlichen Ersteindruck des Landes von oben genießen.

Als wir nach 50 Minuten an unserem Zielort – in Porto Jiménez – ankamen, mussten wir feststellen dass „Flughafen“ wohl ein eher übertriebener Ausdruck war. Im Wesentlichen handelte es sich um einen asphaltierten Streifen, der als Lande- und Startbahn gleichzeitig fungiert, sowie einem Parkplatz wo die gelandeten Flugzeuge hinfahren um die Passagiere aussteigen zu lassen.

Mit „Navigationshilfe“ einiger Einheimischen fanden wir kurz danach auch bereits unsere Autovermietung, wo wir dann unser Mietauto in Empfang nehmen konnten. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Supermarkt ging es dann „raus aufs Land“, wo wir den hohen Radstand und den Allrad-Antrieb unseres Autos sofort zu schätzen lernten. Sobald man hier nämlich den Ort verlässt, hören auch die asphaltierten Straßen auf, es geht zusätzlich steil bergauf und bergab und auch Flussdurchquerungen sind keine Seltenheit.

So ging es dann also die Küstenstraße entlang in gemütlichen Tempo, bis wir zum „Playa Pan Dulce“ – unserem ersten Badestrand – kamen. Hier kam uns sofort das „Pura Vida“-Feeling entgegen: Türkisblaues Meer, Sandstrände und gleich dahinter Palmen und Regenwald. Während des Schwimmens konnten wir außerdem noch einige rote Aras hoch über unseren Köpfen sowie Wale draußen im Meer beobachten – also haben wir eigentlich schon alles gesehen was es zu sehen gibt?

Nach einem kleinen Imbiss zu Mittag führte uns die letzte Etappe für heute in die Lookout Inn Lodge. Wie man dem vorherigen Beitrag entnehmen kann war die Anfahrt eher abenteuerlich und vage beschildert, aber wir haben es schließlich geschafft! Die Lodge liegt direkt am Eingang zum Nationalpark Corcovado, welchen wir morgen in Angriff nehmen werden. Auch hier besuchten wir nochmal den Strand, der wiederum sehr schön war allerdings aufgrund der höheren Wellen mehr zum Surfen als zum Baden einlud.

Nun ist es bereits Abend geworden und wir sitzen auf der Terrasse und warten auf unser Abendessen. Danach geht es zurück in unseren Beach Bungalow, wo wir zur Geräuschkulisse des Regenwalds (von dem wir nur durch ein Mosquitonetz getrennt sind) hoffentlich gut schlafen werden! 😊